Geschichte Etting

Etting ist ein Dorf mit interessanter Geschichte. Es entstand bei der bajuwarischen Einwanderung im 6. Jh. Grabfunde aus der Merowingerzeit, 7. Jh., bestätigen dies.
Im 11. Jh. weihte Gundekar II. eine Kirche in „Otingun“, ohne dass wir genau wissen, ob es sich dabei um Etting oder Öttingen im Ries handelte. Das Eichstätter Domkapitel, dem Papst Alexander III. den Besitz des Hofes bestätigte, war ein weiterer Besitzer dieses mittelalterlichen Herrensitzes.
1180 wurde Gozprecht als erster adliger Herrscher von Etting in einer Urkunde des Klosters Weihenstephan erwähnt. 1186 nahm Urban III. die Besitzungen des Domkapitels in seinen Schutz.
1349 kauften die Zenger, ein weitverzweigtes bayerisches Adelsgeschlecht, den Herrensitz. 1463 wurde Etting bayerische Pflege. Reste der ehemaligen starken Friedhofsbefestigung erinnern heute noch an diesen mittelalterlichen Herrensitz.
Das Schlösschen „Trackhenfels“ wurde 1689 durch Kurfürst Max Emanuel zum adligen Sitz erhoben, von dessen Besitzer, dem Pfleger zu Stammham-Etting, Johann Franz Benno Wurm erneuert und zur Hofmark ausgebaut.
Ab 1723 gehörte es der berühmten Ingolstädter Juristenfamilie von Chlingensperg. Der letzte adelige Gutsbesitzer war Freiherr von Bodmann (gest. 1848), nach dessen Ableben das Schloss verfiel.
1895 wurden die Reste des Schlösschens von der Familie Hainziger erworben, die es anfangs als Bauernhof mit kleiner Wirtsstube betrieben. Der Schankbetrieb wurde über Generationen weiter ausgebaut und ist heute unter dem Namen „Schlosswirt“ bekannt.
Über den Adlmannsberg verlief die Römerstraße von Kösching nach Gaimersheim. Die Straße von Ingolstadt über Etting nach Arnsberg bis Nürnberg war im Mittelalter ein viel befahrener Handelsweg auch „Goldene Straße“ oder „Geleitstraße“ genannt.
Nach dem Saalbuch Ludwig des Gebarteten (1413-1447) stellte der Ingolstädter Herzog das bewaffnete Geleit für Kaufleute bis Etting von hier aus die Herrn auf Burg Arnsberg bis Kipfenberg. Ab 1669 ging die Straße nach Nürnberg über Oberhaunstadt.
Auch von Kriegen ist Etting im Laufe der Jahrhunderte nicht verschont geblieben. Im Landshuter Erbfolgekrieg im Jahre 1504 hat der Landsknechtsführer Wiesbeck das Dorf gebrandschatzt und ausgeplündert. Im schmalkaldischen Krieg 1546 wurde Etting abermals ausgeplündert und 1632 von den Schweden im Dreißigjährigen Krieg verwüstet.
Im spanischen Erbfolgekrieg 1703 suchten die Österreicher Etting heim und plünderten das Dorf. Im Juli 1800 belagerten die Franzosen die Festung Ingolstadt in einem weiten Erschließungsring. Teilweise wurden diese jedoch von der österreichischen Festungsbesatzung aus Etting vertrieben.
1945 wurde der Norden von Ingolstadt von den alliierten Streitkräften bombardiert und große Teile zerstört. In Etting selbst waren die Schäden jedoch gering